Familien in Bayern

Definiton und Statistik

 

Definition: Was ist Familie?
Die Familie im statistischen Sinn umfasst im Mikrozensus seit 2005 generell alle Eltern-Kind-Gemeinschaften, das heißt Ehepaare, nichteheliche oder gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Mütter und Väter, jeweils mit (ledigen) Kindern im Haushalt. An dieser Stelle werden nur Familien berücksichtigt, bei denen mindestens ein unter 18-jähriges Kind und gegebenenfalls weitere ältere Kinder im Haushalt leben. (Statistisches Landesamt Bayern)

Einbezogen sind in diesen Familienbegriff - neben leiblichen Kindern - auch Stief-, Pflege- und Adoptivkinder ohne Altersbegrenzung. Damit besteht eine statistische Familie immer aus zwei Generationen (Zwei-Generationen-Regel): Eltern/-teile und im Haushalt lebende ledige Kinder.


Ob traditionelle Familien mit (zeitweiliger) geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung oder gleichermaßen erwerbstätigen Eltern, Drei-Generationen-Familien, Ein-Elternteil-Familien, getrennt lebend und sorgeberechtigt, ob als Stieffamilie, Patchworkfamilie, Adoptiv-, Pflege- oder Regenbogenfamilie - sie alle haben Verantwortung, Sorge und Pflichten für ein gelingendes Heranwachsen ihrer Kinder übernommen.

Familien in Bayern: Zahlen und Strukturen
Die Zahl der Haushalte, in denen Kinder leben, ist in Bayern seit gut 30 Jahren weitgehend konstant. Im Jahr 2012 gab es in Bayern nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung rund 1,28 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern.

Gegenüber dem Jahr 2005 sank die Zahl der bayerischen Familienmitglieder um rund acht Prozent. In den Großstädten München, Nürnberg und Augsburg wohnten gut 15 Prozent der Familien, knapp 29 Prozent waren dagegen im ländlichen Bereich mit Gemeinden unter 5 000 Einwohnern zu Hause.

Rund 17 Prozent der Gesamtbevölkerung Bayerns leben in den drei größten bayerischen Städten
(Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik: Pressemitteilung 14. Mai 2014 zum internationalen Tag der Familie am 15. Mai).

Im Jahr 2012 war nach wie vor die traditionelle Familie mit beiden miteinander verheirateten Elternteilen weit verbreitet. Bei etwa drei Viertel der bayerischen Familien (gut 76 Prozent) handelte es sich um Ehepaarfamilien und 17,1 % stellen Alleinerziehende sowie 6,5 % nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern.

Der Anteil der Alleinerziehenden hat zwar seit 1970 stark zugenommen, ist aber in den letzten 10 Jahren weitgehend konstant geblieben. Von den 219.000 Alleinerziehenden in Bayern waren rd. 195.000 Mütter und rd. 24.000 Väter. Ihr Anteil ist mit  10,8 % nach wie vor auf niedrigem Niveau.  Von den rd. 219.000 Alleinerziehenden 2012 in Bayern waren 31% ledig, 18% verheiratet getrennt lebend, 45 % geschieden und 6% verwitwet. (Quelle: ifb Familienreport 2014).

Geschwister

Hohe Geschwisterzahlen sind im Freistaat heutzutage eher eine Seltenheit. In rund der Hälfte (knapp 51 Prozent) aller Familien (mit mindestens einem minderjährigen Kind) wohnte ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt. Zwei minderjährige Kinder teilten sich bei gut 38 Prozent das Elternhaus, drei oder mehr Kinder bei nahezu elf Prozent.
(Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik: Pressemitteilung 14. Mai 2014 zum internationalen Tag der Familie am 15. Mai)


Eheschließungen und Scheidungen in Bayern
Im Jahr 2012 haben sich in Bayern 61.768 Paare trauen lassen. Etwa so viele wie in den vorangegangen Jahren. Deutlich angestiegen ist die Zahl der Wiederverheiratungen in den letzten Jahrzehnten.
Während es in den Jahren bis 1980 noch bei 80% der Paare für beide Partner die erste Hochzeit war, sank dieser Anteil bis 1990 auf 73,9% und mittlerweile ist es nur noch für zwei Drittel der Brautleute die erste Ehe.

"Der Wandel der gesellschaftlichen Normen und Werte hat dazu geführt, dass die Ehe heute nur noch zu einer, wenn auch immer noch der häufigsten, von mehreren biografischen Optionen geworden ist" (Peuckert 2012:31).
Paare heiraten immer später. Das durchschnittliche Erstheiratsalter lag im Jahr 2010 bei 30,3 Jahren für Frauen und 33,2 Jahre bei Männern - und damit um rund sechs Jahre höher als vor 25 Jahren. Die meisten Paare leben schon einige Jahre vor der Eheschließung unverheiratet zusammen und viele Paare heiraten erst nach der Geburt eines Kindes, die ebenfalls immer später erfolgt.

Im Jahr 2012 wurden 25.644 Ehen geschieden, davon waren 20.305 minderjährige Kinder (sogen.Scheidungsweisen) betroffen. Bei der Hälte aller Scheidungen sind gemeinsame minderjährige Kinder betroffen. Ihre Zahl hat sich seit 1960 mehr als verdreifacht. Für das Jahr 2009 wurde, eine Ehedauer von 40 Jahren zugrunde gelegt, eine zusammengefasste Scheidungsziffer von 44 % berechnet. Unter diesen Annahmen kann demnach davon ausgegangen werden, dass 44 % aller neu geschlossenen Ehen im Verlauf von 40 Jahren geschieden werden (Peuckert 2012:308).

Die höchste Scheidungshäufigkeit in Deutschland liegt 2010 bei einer Ehedauer zwischen 5 und 9 Jahren. Mit einem Scheidungsgipfel im 7. Ehejahr. "Da die meisten Paare aufgrund der rechtlichen Regelungen vor dem rechtskräftigen Scheidungsurteil bereits ein Jahr getrennt leben, ist das eigentliche Scheiterin der Partnerschaft bereits früher eingetreten" (Peuckert 2012:312). (Quelle: ifb Familienreport 2014)

Generatives Verhalten
Nachdem im Jahr 1990 mit 136.122 Kindern ein Höchststand der Geburten für die letzten 30 Jahre erreicht wurde, setzt sich seitdem ein kontinuierlicher Rückgang der Geburten fort. Im Jahr 2012 wurden in Bayern 107.039 lebendgeborene gezählt.
Bayerische Frauen waren bei der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 2012 durchschnittlich knapp 30 Jahre alt. Dieses hohe  durchschnittliche Gebäralter hat sich seit 10 Jahren kaum verändert. Zwar liegen zum durschschnittlichen Alter der Männer beim Übergang zur Vaterschaft keine statistischen Zahlen vor, aber Untersuchungen belegen, dass es auch hier in der Vergangenheit zu einem Anstieg des Durchschnittsalters gekommen ist (Rost 2007:87ff). 2004 betrug das durchschnittliche Alter der bayerischen Väter knapp 36 Jahre (ifb - Familienreport 2006).

In Bayern leben etwa 1,6 Mio. Väter. (Deutschland 10 Mio.) Fast 95 % von ihnen leben in Bayern mit ihrer Ehefrau und ihren Kindern zusammen (ifb - Familienreport 2014).

Lebensplanung - Lebensentwürfe
Kinder gehören heute nicht mehr selbstverständlich zur Lebensplaung von Paaren. Ein Leben mit Kindern konkurriert seit einigen Jahren mit verschiedenen anderen attraktiven Lebensentwürfen. Wobei aber in Umfragen unter Jugendlichen im Alter zwischen 12 - 25 Jahren der Wunsch, eine Familie zu gründen, nach wie vor als wichtiges Lebensziel angegeben wird. "81 % (2002: 75 %) der weiblichen und 71 % (2002: 65 %) der männlichen Jugendlichen" geben an, "dass man eine Familie zum Glücklichsein braucht." Auch der Kinderwunsch bei männlichen, wie weiblichen Jugendlichen ist wieder angestiegen. 65 % der männlichen Jugendlichen (2002: 56 %) und 73 % der weiblichen Jugendlichen (2002: 69 %) geben an später Kinder haben zu wollen. (Shell-Studie, Jugend 2010)

Von Kindern hängt die Zukunft ab
Kinder gehören unabdingbar zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.  Kardinal Joseph Frings hat in den 1960er Jahren treffend festgestellt:

 "Die Zukunft des Volkes hängt nicht so sehr von der Zahl der Kraftwagen ab, sondern von der Zahl der Kinderwagen."

 
 

Aktuell

Wichtigste Ergebnisse des Familienreports 2014

Hohe Bedeutung von Familie und Kindern Familie und Kinder stehen hoch im Kurs - inbesondere bei jungen Menschen: (...) mehr

Angebote für Flüchtlinge in Bayerischen Familienbildungsstätten

Mitgliedseinrichtungen der LAG Bayerischer Familienbildungsstätten haben auch Flüchtlingsfamilien im Blick und (...) mehr

Hoher Bekanntheitsgrad von Elternkursen

85% der Eltern von 0-3jährigen kennen örtliche Eltern-Kind-Gruppen oder Elternkurse. Es ist der höchste Bekanntheitsgrad von Angeboten im Bereich der Frühen Hilfen. Quelle: Deutschlandweite Elternbefragung des NZFH in den Jahren 2012/2013

Fachtagung "Projekt Kind - Kindheit nach Plan?!

Fr/Sa 26. - 27. Februar 2016 im Bildungszentrum  Kardinal-Döfner-Haus, Freising. Das Aufwachsen von Kindern (...) mehr

Vorankündigung - Nächste Sibe - Fortbildung

"Sibe - Sichere Bindungsentwicklung über den Lebenslauf begleiten und fördern" Die nächste Fortbildungsreihe für (...) mehr
 
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